mukologo

 

Die Geschichte der Musikalischen Komödie

1713 - „alter Gasthof”

alter Gasthof Bereits 1713 wurde in Lindenau der „alte Gasthof” gegründet, in dem Napoleon 1813 nach der Völkerschlacht bei Leipzig neben der historischen Mühle Quartier bezogen haben soll. Er war ein beliebtes Ausflugsziel der Leipziger. Schon vor 1900 wurde hier Sommertheater im Garten des Hauses gespielt. Der „alte Gasthof” war bekannt als „Ort der Galanterie”.

1912 - Concert- und Ballsaal

Ballsaal

1912 erfolgte der Umbau zu einem prunkvollen Concert - und Ballsaal, genannt „Drei Linden”. Er hatte eine kleine Bühne für künstlerische Darbietungen, sowie eine Bierschwemme und ein Weinlokal auf den Emporen. Der Gesamtkomplex bestand aus einer hufeisenförmigen, viergeschossigen Randbebauung, in deren Zentrum ein Festsaal lag.

1918 - Varietetheater

Variete

Nach dem ersten Welkrieges erfuhr das Haus dann eine Umgestaltung und Eröffnung als großstädtisches Varietetheater, welches sich großer Beliebtheit erfreute. Der Architekt war F. Otto Gerstenberger und seine große Stahlbeton - Rippenschale des Saalbaus mit der heute wieder sichtbaren, freitragenden Spannbetondecke mit Kassettenelementen war eine damals vielbeachtete und bewunderte Meisterleistung.

1944 - Spielstätte der Leipziger Oper

Oper 1945

Nachdem das Opernhaus bei der Bombardierung Leipzigs im Dezember 1943 zerstört worden war, bot das Haus Dreilinden ab Februar 1944 kurzfristig eine Behelfsspielstätte für Oper und Konzert.

1952 - Umbau

Umbau 1952

Miserable Arbeitsbedingungen, fehlender Komfort für das Publikum und der kritische bauliche Zustand machten einen Umbau des Hauses zur Gewährleistung minimalster Anforderungen an ein Operntheater notwendig.

 

1960 - „Kleines Haus”

Kleines Haus

Nach der Fertigstellung des neu errichteten Opernhauses am damaligen Karl-Marx-Platz wurde das Haus Dreilinden in „Kleines Haus” umbenannt und etablierte sich als zweites Musiktheater innerhalb des Verbandes der Leipziger Theater.

 

1968 - „Musikalische Komödie”

Musikalische Komödie

Im Jahr 1968 bekam das „Kleine Haus” den neuen Namen „Musikalische Komödie”. Der damalige Direktor Wolfgang Weit zu den Gründen dafür gegenüber der Presse: „Es gab für uns zwei Gründe: Einmal ist die Bezeichnung KLEINES HAUS desinformierend. Der Nicht-Leipziger vermutet dahinter eine Bühne, die die kleine Form der dramatischen oder musikalischen Kunst pflegt. Er nimmt an, es handle sich um ein intimes Theater.

Kleines Haus Nun handelt es sich aber um das sechstgrößte Theater der Republik. Es hat 1193 Plätze und ist damit größer als die Dresdner Staatsoper. Von den Bühnenabmessungen und von den Platzverhältnissen her ist es also nicht klein. Der Name bedeutet nur eine räumliche Abgrenzung gegenüber dem Schwesternhaus am Karl-Marx-Platz mit der Platzzahl von 1634. Er sagt aber nichts aus über das Profil des Theaters. Und damit sind wir beim zweiten, entscheidenden Grund: Bei anderen Theatern dient die Unterscheidung in Großes und Kleines Haus der Aufteilung von großen und kleinen Stücken. Bei uns wird ein bestimmtes Genre repräsentiert. Das nach außen hin kenntlich zu machen, war die Absicht der Umbenennung.”

1992 / 93 - Rückbau

Umbau 1952

Jahrzehntelange Versäumnisse während der Zeit der DDR machten es notwendig, dass das Theater für die dringend notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten gut ein Jahr geschlossen werden musste. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde der Rang für das Publikum gesperrt und der Saal bekam die heutigen 529 Sitzplätze. Außerdem wurde die Spannbetondecke wieder freigelegt, so dass die Kassettenelemente wieder zu sehen sind. Die Stahlbetondecke bekam außen ein Überdach, da die originale Betonrippenschale nicht mehr hunderprozentig wetterfest zu bekommen war. Darüber hinaus umfassten die Baumaßnahmen die Erfüllung von Sicherheitsauflagen, technische Neuerungen und denkmalpflegerische Arbeiten. Leider konnte aber wegen der schlechten Haushaltslage der Stadt das Konzept nicht bis zum geplanten Ende umgesetzt werden. Die endgültige Farbfassung und die Freilegung der Wandmalereien sowie der plastischen Medaillons harren noch immer der Fertigstellung.

 

Mehr zur traditionsreichen Geschichte des Hauses, des Ensembles und insbesondere des Orchesters erfahren Sie in diesen drei wundervollen Bildbänden, deren Autor der Vorsitzende unseres Fördervereins, Herr Leonhard Czernetzki ist:

Operettenbuch         Orchesterbuch
Hausbuch
 
Sie können sie an den Kassen der Oper Leipzig einschließlich der Abendkasse in der Musikalischen Komödie oder direkt beim Förderverein käuflich erwerben.